Improvisation / Lautaro

Das vornehmlich im Süden Chiles lebende Mapuche-Volk ist das einzige indigene Volk Südamerikas, dem es gelungen ist, die Invasionsbemühungen des Inka-Reiches sowie der spanischen Konquistadoren erfolgreich abzuwehren. Seine Krieger waren unter den meist gefürchteten und mächtigsten der amerikanischen Ureinwohner.

Der Kampf des Mapuche-Volkes für die Freiheit und Autonomie ihres Territoriums in den Kriegen gegen die Spanier brachte viele Geschichten über mutige Krieger hervor, die sich über 350 Jahre lang der spanischen Herrschaft widersetzten. Sie waren mit der Idee der Sklaverei nicht vertraut und liebten die Freiheit mehr als alles andere.

Das machte sie zu erbitterten Kämpfern und zu einem der schlimmsten Feinde, denen sich die Spanier in Südamerika je gegenübersahen. Unter den vielen unerschütterlichen Kriegern in der Geschichte des Mapuche-Volkes war auch Lautaro, ein großer militärischer Führer und berühmter Held des Arauco-Kriegs. Lautaro wurde 1534 im Dschungel von Carampangue y el Tiruaa als Sohn eines Mapuche-Häuptlings namens Curiñancu geboren. Er erlebte eine relativ normale Kindheit, bis er 1550 von den Spaniern gefangengenommen und dazu gezwungen wurde, als Stallbursche für den Eroberer Pedro de Valdivia zu dienen. Lautaro vergaß jedoch nie, woher er kam, und wartete geduldig auf den passenden Moment für seine Rache.

Dieses Solo ist eine Abbitte an das Volk der Mapuche, ein poetischer Kniefall vor den indigenen Kulturen Lateinamerikas.

Als Zeuge meines Schicksals lässt mich das Echo meiner Hände in mein Land zurückkehren. Dieses Land ist gehüllt in Schreie und Ausrufe, im gebrochenen Gesang der Vögel, in den Träumen unserer Kinder, die nicht in der Lage sein werden, ihre Eltern, ihr Volk oder ihre Stimmen aufwachsen zu sehen.

Die Zerbrechlichkeit meiner Knochen verbirgt sich hinter meiner verhärteten Haut, die trotz allem atmet, ätherisch, und mir den Weg weist.

Wo ist mein Weinen hin?

Warum höre ich das Klagen der Araukarias nicht mehr?

Das Blut, das mich in all meinen Körpern (physisch, ätherisch, politisch, ererbt) bewegt und anregt, wird nicht aufhören zu zirkulieren. Meine Fußabdrücke werden in jeder meiner Gesten verbleiben. Ich werde der unbezähmbare Pfeil sein, der präpariert wird während ich schlafe. Meine Füße werden Zeuge dieser Reise zum Zentrum unseres Schoßes sein. Dort, wo wir alle Fische waren, wo unsere ersten Entwicklungskurven gezeichnet wurden, wo unsere Herzen so stark schlugen, dass sie immer zu hören waren, und wo sie die Feuer entzündeten, denen unsere Blicke folgten. Hier wurde der Rhythmus unseres Kampfes nachhaltig geprägt. Um uns mit Leben zu beflecken, über den Tod hinaus.

Dieses Solo ist eine Abbitte an das Volk der Mapuche, ein poetischer Kniefall vor den indigenen Kulturen Lateinamerikas.

Improvisation / Lautaro

2018

Lautaro

15 minuten

REGIE

Pau Aran

KREIERT MIT UND AUSGEFÜHRT VON

Pau Aran

DRAMATURGIE

Pau Aran

LIVE MUSIK

Rodrigo Covacevich

VIDEO

Charlie Cattrall

UNTERSTÜTZUNG

Centro cultural de Lautaro, Iberescena

Pau Aran