Improvisation / Planetarium

‘Planetarium’ ist eine freie Improvisation, die in den Kurzfilm ‚Venus’ eingebettet ist. Regie führte der Drehbuchautor Álvaro Parrilla Álvarez, in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln. Gedreht in und um Köln, erzählt ‚Venus’ die Geschichte von Chris, einem schwulen Wissenschaftler, der in einem Bunker lebt seit ein Meteoritenregen die Erde zerstörte. Leider lebt er allein, denn sein Partner Alex war ums Leben gekommen, weil er es nicht rechtzeitig in den Bunker schaffte.

In den letzten 30 Jahren hat Chris sein physikalisches Fachwissen für den Versuch genutzt, in die Vergangenheit zurückzukehren und Alex zu retten. Die Geschichte ist in zwei parallele Zeitlinien unterteilt: eine in der Vergangenheit, in der Nacht des Meteoritenregens, und die zweite in der Zukunft, 30 Jahre nach der Katastrophe. Das Lied ‚Venus’ der spanischen Gruppe Quentin Gas y los Zíngaros dient als Verbindung zwischen den beiden Zeitlinien, bis sie am Ende der Geschichte zu einem einzigen Moment zusammenlaufen.

Denn, ja… die Liebe war eine übermäßige Provokation, un-aus-ge-sproch-en.

Seufzen reicht nicht. Denn, ja… das Fleisch wird jedes Mal gequetscht, wenn die Brust vibriert, jedes Mal, wenn das Schwenken des Blicks verwandelt wird.

Denn, ja… die Suche ist langwierig und setzt sich fort durch innere, fast unsichtbare Empfindungen, in unterdrücktem Schluckauf und zusammengerollt in der kränklichen Nostalgie des gemeinsamen Tanzens.

Dann reicht die Erinnerung nicht aus, sondern jeder Augenblick muss gelebt werden, jede Flugbahn, jeder Impuls, jeder Versuch, näher und weiter zu kommen, die taktile Umlaufbahn zu verlassen, die uns einschließt.

Spazieren gehen, sich betrinken, der Cha-Cha-Cha des Brautpaares, das Gleichgewicht verlieren, sich selbst verschlucken, den ruhigen Spaziergang wiederaufnehmen, atmen, die Gründe finden, die zwei Wege auseinanderhalten. Unmögliches Vergessen ist rot gefärbt. Aber machen Sie sich keine Sorgen, auch wenn ich bei dem Versuch Sie zurückzubringen niedergeschlagen werde, diese Gesten bleiben mir. Jede von ihnen gehört zu mir, über ihre Ursprünge hinaus.

Ich liebe dich nicht bloß, weil ich dich liebe, und vom Mögen bis zum Nichtmögen komme ich an (...) Ich liebe dich, weil ich dich nur liebe, ich hasse dich ohne Ende, und während ich dich hasse, bitte ich dich, und das Maß meines wandernden Herzens ist, dich nicht zu sehen und dich blind zu lieben.
-Pablo Neruda (1904-1973), ‘Sonnet LXVI’

Improvisation / Planetarium

2018

Cologne

8 minuten

REGIE

Álvaro Parrilla Álvarez

KREIERT MIT UND AUSGEFÜHRT VON

Pau Aran

DRAMATURGIE

Álvaro Parrilla Álvarez

KAMERA

Martin Paret

VIDEO

Charlie Cattrall

UNTERSTÜTZUNG

Kunsthochschule für Medien Köln

Pau Aran