Mimosa

Die Mimose ist im Naturschutzgebiet Baix Montseny (Katalonien) sehr verbreitet. Ihre stark duftende Blüte mit der erhabenen gelben Farbe bleibt auch im Verwelken noch schön. Da sie gegen Ende des Winters blüht, eignet sie sich bestens als Schmuck für Revers, Schleifen und Hüte, wie etwa am Tag des ‚Ball de Gitanes’.

‚Mimosa’ ist auch der Name, den das anlässlich der Buchpräsentation in Sant Esteve de Palautordera entstandene Werk trägt: ‚Tanz in der Schule. Die Meisterschaft von Joan Serra’, geschrieben von Joan Figueres und herausgegeben von der Lehrervereinigung Rosa Sensat.

Joan Serra Vilamitjana (1947-2013) widmete sein gesamtes Leben dem Tanz. Er war Tänzer und Choreograf, Lehrer und Pädagoge. Seine Wurzeln lagen im folkloristischen und traditionellen Tanz, seine Vision des Tanzes war jedoch universell. Er arbeitete mit der Körpersprache und vertiefte diese Forschung, um seine eigene unverwechselbare Stimme zu schaffen. Mit ‚Mimosa’ wollte Pau Aran in getanzter Form die Anerkennung zum Ausdruck bringen, die Joan Serra und seine Arbeit verdient.

Heutzutage, mit sich auflösenden menschlichen Beziehungen, ist das Zusammentreffen und der gemeinsame Beginn von etwas zu einem kleinen Wunder des Lebens geworden. Gemeinsame Gesten sind zart gewebt wie die Worte eines unterbrochenen Gedichts, das trotz seiner Verletzlichkeit Bestand hat.

Auch der Solotanz geht aus einer Trennung hervor: Eine Art Abstand nehmen, sich mit etwas Anderem verbinden, mit etwas, das andere nicht sehen, das andere nicht fühlen. Der Körper ergreift Besitz von einem tiefen Gefühl, das entfleucht und uns anfleht, jede unserer Extremitäten zu befreien.

Das Wiegen eines Cellos kann sich von innen heraus verwandeln und durch den Körper ausgedrückt werden, aber auch durch die Frequenz der Schwingungen in der Luft, die Echos, die hinter seinen Melodien schweben, können uns dazu bringen, uns zu bewegen.

Erinnern, das in Einklang bringen des Gefühls mit jedem Schritt, der sich Bahn bricht. Einen Blick teilen, zwei oder drei, das Gefühl einer Pause. Den Kopf beruhigen und warten, dann die Bewegungen, die nach einem Moment des Schwebens kommen, und dann, plötzlich, Frenetik.

Sich an einen Tanz erinnern, ihn wechseln, ihn verändern, das Gewicht eines Walzers spüren, der uns von einer Seite zur anderen wiegt…

…um unerwartet zu uns selbst zurückzufinden, uns für andere zu öffnen, als ob uns die Blätter einer Mimose diesen Moment des Verwunderung wiederbringen.

Ich schreibe meine Sprache mit der Fußspitze, eine Improvisation des Ruhepunktes, um den ich mich bewege, der Referenz, des ‚Nullpunktes’, der den ständigen Wechsel festhält und bezeugt... Die Liebkosung in der getanzten Bewegung... Tanz ist das Wissen, wie man schaut, wie man sieht, das Leben ist brutal! Der Tanz ist brutal!
-Joan Serra (1947-2013)

Mimosa

2016

Sant Esteve de Palautordera

30 minuten

REGIE

Pau Aran (Project Founder: Joan Figueres)

KREIERT MIT UND AUSGEFÜHRT VON

Joana Serra Forasté, Sandra Ballbé, Magí Serra Forasté

DRAMATURGIE

Pau Aran

MUSIK

Joan Figueres (original music), Judit Neddermann (vocal), Anna Berruezo (cello), Pau Figueres (guitar), Pep Coca (double bass), Núria Planas (cello), Enric Riera (violin), Arnau Figueres (percussion), Manel Garriga (vocal), Sandra Ballbè (vocal), Joan Figueres (cello, electric guitar)

Recorded at MicroMusicEstudi, Sant Esteve de Palautordera

ASSISTENT

Joan Figueres

VIDEO

Charlie Cattrall

UNTERSTÜTZUNG

Obra Social ‘la Caixa’, Teatre Municipal Pare Casals (Sant Esteve de Palautordera), Associació Cultural Sant Esteve de Palautordera, Generalitat de Catalunya – Departament de Cultura

Pau Aran